Kronenschnitt

Schnittmaßnahmen dienen in erster Linie der Erhaltung von vitalen, gesunden und verkehrssicheren Bäumen und sollten stets an die individuellen Bedürfnisse der Bäume angepasst werden.
Technische Grundlage für die Ausführung unserer Arbeiten ist die ZTV – Baumpflege.

Kronenpflege
Fehlentwicklungen in der Krone wird durch entfernen einzelner Äste im Fein- und Schwachastbereich (bis 5cm Astdurchmesser) vorgebeugt.

Es werden tote, absterbende, abgebrochene, kranke und reibende Äste entfernt.
An Verkehrsflächen und Wegen wird der Lichte Raum hergestellt.
Generell gehen wir auf alle Erfordernisse die durch das Umfeld (wie z.B. bauliche Einrichtungen) an den Baum gestellt werden ein, ohne den Habitus zu verändern bzw. zu starke Eingriffe vorzunehmen.

Totholzbeseitigung
Nur tote und abgebrochene Äste werden entfernt.

Kronenauslichtung
Eine fachgerecht durchgeführte Auslichtung ist ein sinnvoller Eingriff, der den Baum in ein hormonelles Gleichgewicht bringt und somit zu einem gleichmäßig verteilten Neuaustrieb führt.

Ältere Bäume können durch eine Auslichtung zu einem verstärkten Austrieb im Kroneninnern angeregt werden.
Zudem können ausladende, kopflastige Kronenteile durch eine Auslichtung im äußeren Bereich bereits stark entlastet werden.

Zu dicht stehende Äste, die durch den geringeren Lichteinfall früher oder später sowieso absterben können, werden vorbeugend abgeschnitten.
Durch den Eingriff können sich die verbleibenden Äste im geschaffenen „ausgelichteten“ Raum ausbreiten ohne zu konkurrieren.

Der Eingriff wird nach Umfang in leicht, mittel und stark unterschieden.
Ein zu starker Eingriff führt zu einem sehr starken Neuaustrieb im nächsten Jahr.
Auch hier soll der Habitus erhalten werden.

Kronenregenerationsschnitt
Bei alten Bäumen im Vergreisungsstadium mit sehr eingeschränkter Vitalität, sterben die äußeren Kronenteile ab und es bildet sich möglicherweise eine Sekundärkrone im Inneren der Krone.
Die absterbenden Äste müssen aus Gründen der Verkehrssicherheit eingekürzt oder entfernt werden. Die Neuaustriebe an der Kronenbasis sollten nicht entfernt, höchstens zum Aufbau der Sekundärkrone leicht ausgelichtet werden.

Kroneneinkürzung / Einkürzung von Kronenteilen
Die gesamte Krone oder Teile werden in ihrer Höhe und/oder ihrer
seitlichen Ausdehnung eingekürzt. Der Umfang einer Einkürzung sollte
20% nicht überschreiten.
Bei schlecht abschottenden Baumarten wie Birke oder Kastanie sollten solche Eingriffe nur in geringstem Maße vorgenommen werden.
Einkürzungen zählen zu den Sondermaßnahmen die nur in Einzelfällen, z.B. aus Gründen der Verkehrssicherheit zulässig sind.

Eine starke Reduktion des Kronenvolumens führt zu einer Unterversorgung der Wurzeln. Zudem steigt mit der Größe der Astungswunden auch die Gefahr der Fäuleentwicklung durch Schadpilze.
Die verbleibende Krone soll einen möglichst arttypischen Habitus behalten bzw. wieder entwickeln können.
Bei bruchgefährdeten Bäumen kann zudem die Möglichkeit einer Kronensicherung in Betracht gezogen werden.

Nachbehandlung gekappter Bäume
Oft werden Bäume ohne Rücksicht auf Habitus und physiologische Erfordernisse stark eingekürzt, bzw. gekappt.
Dies ist eine baumzerstörende Maßnahme und nicht fachgerecht.
Es kann allerdings aus Gründen der Verkehrssicherheit nötig sein Bäume in einem ähnlichen Maße einzukürzen. Man spricht dann vom Kronensicherungsschnitt.
Dieser umfangreiche Eingriff im Grob- und Starkastbereich hat allerdings eine Menge Wirkungen, die in den Folgejahren auftreten:

Zum einen treibt der Baum an den Schnittwunden und anderen Stellen stark aus, da er versucht seine ursprüngliche Blattmasse wieder herzustellen.
Diese „Reiterationen“ wachsen schnell und haben oftmals große Blätter, sind allerdings schlecht mit dem Stamm verwachsen und somit stark ausbruchgefährdet.

Außerdem besteht an den großen Schnittstellen die Gefahr von Fäulnis. Der Baum benötigt somit eine umfangreiche Nachsorge, bei der die Neuaustriebe vereinzelt, bzw. eingekürzt und die Schnittstellen auf Fäulnis untersucht werden müssen.
Diese Nachbehandlung ist alle 3-5 Jahre erforderlich.
Man sollte sich also der Folgen bewusst sein, die durch eine Kappung entstehen.

Nachbehandlung gekappter Esche

Erziehungsschnitt bei Jungbäumen
Jungbäume werden nach und nach an die für sie vorgesehene Funktion angepasst.
Fehlentwicklungen werden rechtzeitig entfernt, die Krone wird aufgebaut.
An Verkehrsflächen wird der erforderliche Lichte Raum früh und regelmäßig hergestellt. Der Schnitt sollte in den ersten Standjahren alle 2-3 Jahre durchgeführt werden.
Ziel ist es, unter Berücksichtigung des Baumumfeldes einen möglichst arttypischen Habitus zu erziehen.